Willkommen

Das Auto als Paradigma. Ein Paradigma (grundsätzliche Denkweise) definiert sich für mich auch daraus, was wir als „normal“ bezeichnen. Schon beim erstellen der Überschrift zu dieser Seite wurde mir das wieder bewusst. Was kann ich den mit oder ohne Auto … Auf anhieb vielen mir zwei mögliche Überschriften ein, die da wären „Ohne Auto sein„, „Ohne Auto leben„. Soll das heissen, dass Auto ist Teil meines Seins oder ein Teil dessen was ich als Leben definiere? Das Auto ist in unserer Gesellschaft ganz normal geworden. Natürlich kann ein eigenes Auto auch eine sinnvolle Sache sein. Unser Leben beruht auf einer gewissen Mobilität. Doch Mobilität kann auch auf andere Weise geschaffen werden. Auslöser für diesen Blog war, dass wir merkten, den Sinn eines eigenen Autos noch nie hinterfragt zu haben. Es war normal eines zu haben, wenn man es bezahlen kann.

Wir möchten alle einladen unserem Blog zu folgen und dadurch auch selbst anzufangen sich zu fragen:

Wie stehe ich zum Thema Auto?

Darüber hinaus möchte ich Euch die Informationen und praktischen Tipps, die wir uns schon erarbeitet haben zur Verfügung stellen.

Film im Netz

im letzten Jahr hat das Team von  STRAHLENDES  KLIMA e.V. einen Film über unsere Umstellung auf ohne Auto sein gedreht. Der Film ist jetzt im Netz (http://vimeo.com/108206194) Und das ist die Seite vom Verein HIER KLICKEN

Das Fahrrad muss auf den Kompromissen rollen

In unserer Kleinstadt hat sich nicht viel getan. Das lässt diesen Blog auch ein wenig sparsam aussehen. Ich möchte aber mal auf eine ideologische Seite des Fahrradfahrens eingehen. Angeregt durch einen Podcast des Deutschlandradio (Link zum Beitrag) habe ich mir meine Gedanken gemacht. Im Großen und Ganzen bewegen wir uns als Radler auf Kompromisswegen. Wir teilen uns den Gehweg mit den Fussgängern und wo eine Fläche mal nicht für die Autos verplant ist fällt was für uns ab. So ist dann auch die Position als Verkehrsteilnehmer. Für die Fussgänger stellen wir eine Gefahr dar, denn wir haben mehr Masse und sind schneller. Wir kommen auch noch einfach um die Ecke oder von hinten angebraust. Das wir mit einem Klingeln nur auf uns Aufmerksam machen wollen wir manchmal als Verscheuchen gedeutet. Für die Autofahrer sind wir ein Hindernis. Sie fühlen sich in Ihrem Anspruch auf Schnelligkeit und fließendes Fahren von uns Behindert. Ursache des Ganzen ist, dass wir vielerorts keine eigenen Wege haben.

Diese Situation kann sich nur ändern wenn wir alle umdenken. Ich habe kein Problem damit mir einen ausreichend breiten Fussweg zu teilen, aber der Akzeptanz des Rades als Alltagsverkehrsmittel dient es nicht. Wir haben uns für diese Saison vorgenommen, unsere Stadt in Hinblick auf Pro- bzw. Kontra-Fahrrad zu dokumentieren. Mal sehen wie weit wir kommen.

Hinterher – unser Kofferraum

hinterher_1Jetzt sind es schon 2 Monate ohne Auto und die Reue ist immer noch nicht gekommen. Wie bereits angesprochen, haben wir uns auf der Ispo-Bike  einen „hinterher“ gegönnt. Wir nennen den Fahrradanhänger unseren Kofferraum. Bisher haben wir mit unserem Kofferraum nur gute Erfahrungen gemacht. Er ist solide verarbeitet, ausreichend groß und wirklich einfach zu handhaben. Beim Fahren folgt er uns leise und treu. Die erste große Tour, die wir zu fünft mit Anhänger bestritten haben, war unsere Reise zum Zeltplatz in Rieden. Am Abreisetag hat es leider die ganze Zeit geregnet und so gestaltete sich die Fahrt auf der alten, gesandeten Bahntrasse zu einer Sandsammelaktion. Ich schaufelte mit dem Hinterrad während der Fahrt ständig Sand auf den Anhänger. hinterher_2Dank der guten Verpackung unserer Schlafsäcke und dem Zelt, reichte einen Wasserschlauch um alles wieder sauber zu machen. Auch hier zeigten sich die Vorteile der klaren Konstruktion des Anhängers, denn es gab keine Falze oder filigrane Bauteile, in denen der Schmutz sich festsetzen konnte.

Wenn wir zum Einkaufen fahren und dazu den Anhänger mitnehmen, ist der Anhänger auch gleichzeitig unser Einkaufswagen. Zum einen wissen wir gleich, ob wir alle Einkäufe gut auf dem Anhänger verstauen können und wir müssen den Anhänger nicht vor dem Laden absperren. Mit der Zeit, denke ich, werden sich auch unsere Mitmenschen an diesen Anblick gewöhnen.

Auto verkauft – Ispo besucht

So jetzt ist der einfache Rückzug aus der autolosen Zeit vom Tisch. Unser Prius ist verkauft. Dass wir nun schon 2 Monate ohne Auto klasse zurechtkommen liegt wohl auch am Wetter, nichts desto trotz sehen wir zuversichtlich in die Zukunft. Am Sonntag auf der Ispo Bike in München konnten wir die Tendenz in Richtung einer neuen Generation-Fahrrad persönlich erleben. Die Aussteller zeigten, was mit dem Fahrrad alles machbar ist. Transport, Sport, Alltag und Freizeit  – Das Spektrum ist enorm und ich bin schon gespannt, was die Zukunft noch alles bringt. Auch wenn schon viel umgesetzt wurde, sehe ich dieses Marktsegment erst am Anfang seines Potentials. Leider waren nicht so viele innovative Anbieter auf der Messe wie wir dachten. In Gesprächen haben wir dann auch den Grund dafür erfahren. Schon Ende August ist die Euro Bike in Friedrichshafen. Das scheint wohl die eigentliche Messe für die Fahrradenthusiasten zu sein. So ist es gerade für die Kleinen der Branche nicht lohnend in beide Messen zu investieren. Ob wir auch auch an den Bodensee zur Eurobike fahren weiss ich noch nicht.

Wir haben dennoch ein paar Utensilien für uns gefunden . Das Beste ist unser neuer Kofferraum – ein Anhänger. Mehr zu unserem HHmini (für Neugierige) bald auf diesem Blog.

Schauen Sie rein, lesen sie mit das wird super, das wird toll. Lösen Sie die Chips an der Kasse!

Entschleunigen

Dass wir mit Fahrrad nicht so schnell unterwegs sind als mit dem Auto war uns klar. Dass jetzt alles langsamer geht war für uns die klare Folge. Dass dieses Langsamer aber im Großen und Ganzen kein Nachteil sein wird ist neu für uns. Mit Auto arbeiteten wir alle anstehenden Termine, Besorgungen und Erledigungen einfach im Alltag mit ab. Das war nicht immer wirklich einfach. Eine Sache erledigt wurde nach einem Blick auf die Uhr noch schnell das nächste Ziel angesteuert. Nicht immer ließ dann der Verkehr zu auch wirklich so schnell zu sein wie wir dachten. Parkplätze waren in diesen Momenten auf einmal Mangelware und der Parkscheinautomat grundsätzlich am anderen Ende. Also schnell ohne Parkschein rein in die Stadt, dann aber auch schnell wieder zurück zum Auto. Im Sommer dann aus dem klimatisierten Auto raus „Uff, ist dass heiss!“. Anschließend wieder ins Auto rein „Uff, ist das heiss, noch heisser!“ Zuhause angekommen war dann zwar einiges erledigt aber der Stress ebenso gut spürbar. Und vergessen hatten wir trotzdem meist irgendwas.

Mit dem Fahrrad oder Bus planen wir ganz anders. Der Faktor Reihenfolge und Zeit wird schon in die Planung mit einbezogen und vergessen tun wir deutlich weniger. Die Sonne stört dank des Fahrwindes weder beim Fahren, noch heizt sich das Rad beim Parken auf. Jetzt müssen die Parkplätze für die Drahtesel nur noch kostenlos bleiben. Wir empfinden unseren Alltag nun deutlich stressfreier. Wenn wir mit dem Rad unterwegs sind kommen wir für eine kleine Rast jetzt auch an schönen Plätzen vorbei und hassten nicht immer gleich wieder nachhause. Diese Entschleunigung ist für uns eine wahrer Zugewinn an Lebensqualität.

Licht!

Kennt Ihr das noch, der Fahrer des Gegenverkehrs hebt eine Hand und bewegt sie drehend hin und her? Jetzt macht das kein Autofahrer mehr. Das Fahren mit Licht hat sich auch tagsüber etabliert. Es ist meist kein Versehen mehr, wenn man mit angeschalteter Beleuchtung fährt. Dieses Relikt aus alten Auto-Zeiten ist mir nun wieder begegnet. Beim Sonntagsausflug mit dem Rad rief mir ein älteren Herr entgegen: „Licht aus!“ Was wird der wohl machen, wenn die geplante Regelung in Kraft tritt, dass auch Fahrräder mit einer Tagfahrtbeleuchtung ausgestattet sein müssen? Das ist wohl wieder mal ein Zeichen für den Umbruch in Sachen Pedalieren.